Content Marketing Trends 2017 – die Rakete hebt ab

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. Content Marketing hat wichtige Entwicklungen gerade auch in Deutschland gemacht. Jetzt nimmt die noch junge Disziplin weiter Fahrt auf. Dabei stellt sich die Frage, ob eine so junge Industrie bereits Trends und Entwicklungen für 2017 benötigt. Diese Frage kann ich nur mit ja beantworten. Content Marketing ist eine durch und durch digitale Kommunikationsdisziplin. Und da die digitale Transformation stetigem Fortschritt und Entwicklungen unterliegt, müssen auch wir uns stetig entwickeln, verändern und anpassen. Dabei ist Anpassung das erste wichtige Stichwort. Gemäß Charles Darwin setzen sich die Arten durch, die sich am besten an ihre Lebensbedingungen anpassen. Und das gilt nach wie vor auch für Marken, Produkte und Dienstleistungen.

Bevor ich zu den entscheidenden Trends komme, muss ich auf den Trend 0 verweisen. Die größte Entwicklung wird sein, das sich Content Marketing als Disziplin etabliert und vor allem durchsetzt. Wir haben die Jahre des „vielleicht sollte man einmal“ oder „lasst uns einmal probieren“ hinter uns. Content Marketing ist die Übersetzung der alten Kommunikationsregeln in eine aktuelle, kundenorientierte und relevante Version. Dabei entfällt auch der „Welpenschutz“. Wir müssen uns dem Vergleich mit anderen Disziplinen stellen und den Nachweis der Wirksamkeit erbringen.

Trend Nr. 1: Entwicklung wirklicher Content Marketing Strategien

Alle Experten sind sich einig. Nur mit einer umfassenden, vollwertigen Strategie lässt sich Content Marketing wirksam betreiben. Dementsprechend müssen Agenturen gemeinsam mit ihren Kunden die Antworten auf folgende Fragen finden. Welche Ziele sollen mit Content Marketing verfolgt werden? Wie können Markenwerte in kundenrelevante Themen übersetzt werden? Wie werden die Ziele messbar in definierten Zeiträumen erreicht? Damit es diese allumfassenden Antworten überhaupt geben kann, muss eine Strategie entwickelt werden, die die bisherigen Einzeldisziplinen Strategie, Kreation, Technologie und Media zusammenführt. Eine Aufgabe, die nicht von mehreren Partner sinnvoll gelöst werden kann und daher in die Hand eines Partner des Vertrauens gehört. Diese Partner sind Experten eines neuen Agenturtypus, der datenbasierten Kreations- und Mediaagentur.

Trend Nr. 2: Native Werbeformate verdrängen Owned Media

Bis jetzt wurde Content Marketing insbesondere auf Grund seiner vermeintlichen Wirkung auf Pull Effekte verfolgt. Wer aber in definierten Zeiträumen definierte Ziele erreichen will, muss mit dieser Mär aufräumen. Oder wollen Sie Produktneueinführungen einem Pull-Zufall überlassen? War das Verhältnis von Contenterstellung zu Contentaktivierung beziehungsweise Distribuierung bislang 80:20, verlagert sich das Verhältnis in Richtung 20:80. Um dem Verdrängungswettbewerb um generische Google-Rankings zu entkommen, muss gezielt in Paid Media investiert werden. Hierbei dürfen Werbetreibende nicht in die alte Display-Werbefalle tappen. Native Formate, die mit relevanten Inhalten gefüllt werden, die einen klaren Effekt auf die Markenwahrnehmung haben, erzielen Höchstwerte in Verweildauer, CTR und Umwandlung.

Trend Nr. 3: Content Marketing ist eCRM

Die kundenorientierte Ausrichtung von Content Marketing ist die ideale Grundlage für Kundengewinnung, -pflege und Umwandlung. Demensprechend muss eCRM ein Bestandteil von Content Marketing sein. Innerhalb der Strategie muss definiert werden, an welchen Stellen Absprungpunkte in Form von aktivierende CTAs eingebaut werden und wie Leads gezielt und umfassend verfolgt werden. An diesem Punkt kommt immer auch Technologie und Data ins Spiel. Oder wollen Sie händisch definieren, welcher ihrer Leads welchen Aufwand wert ist und wie er weiter bedient werden sollte? Sicherlich nicht. Hierfür bedarf es Strategien, Datawarehouses, Algorithmen und dynamischen Prozessen. Aber haben Sie keine Angst vor diesen Stichworten. Die Industrie und Experten haben die richtigen Antworten auf diese Anforderungen.

Trend Nr. 4: Content Marketing ist eine Tech-Disziplin

Gemäß dem Grundsatz, dass Technologie eine Kreativdisziplin ist, muss man keine Angst vor der Technologiesierung des Content Marketings haben. Technologie und Data helfen, fundierte Grundlagen zu schaffen, Aufwände zu reduzieren und Effizienz zu steigern. Gerade eine junge Disziplin wie Content Marketing nutzt hier alle Möglichkeiten und ist geradezu in der Pflicht, alle Technologien in Betracht zu ziehen und die richtigen Tools einzusetzen.

 

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Quelle: http://chiefmartec.com/2016/03/marketing-technology-landscape-supergraphic-2016/

Trend Nr. 5: ROI Im Content Marketing

Eine alte Redewendung sagt „Projektarbeit ohne Planung ist Wahnsinn, Projektarbeit ohne Kontrolle ist Selbstmord“. Im Marketing wird immer noch viel zu viel ad hoc und ohne wirkliche Erfolgskontrolle durchgeführt. KPI gesteuertes Marketing ist das Gebot der Stunde. Nur wenn ich vor einer Maßnahme klar definiere, welches Ziel ich verfolge, es mit eindeutig messbaren Zielwerten hinterlege und den Erfolg messe und bewerte, kann ich Vorständen gegenüber Rechenschaft abliefern. Content Marketing muss hier noch einen Schritt weitergehen. Gerade auf Grund der langfristigen Wirkung muss Content Marketing seinen eindeutigen Beitrag zur Wertschöpfung nachweisen. Nur wenn gemessen wird, wie sich das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag verhält, kann Content Marketing die Ernsthaftigkeit erlangen, die es im Stande ist zu leisten.

Gerade diese Dynamik und das Entwicklungspotenzial macht eine große Faszination des Content Marketings aus. Sicher, Veränderungsprozesse sind häufig schmerzhaft, aber Marketers sind dafür verantwortlich, die nächsten Schritte zu gehen. Sollten Sie alle Trends, die ich genannt habe, bereits verfolgen, kann ich Ihnen nur gratulieren. Alle anderen kann ich nur an Darwin und sein Gesetz erinnern: „Nur diejenigen, die in der Lage sind, sich bestens an Entwicklungen anzupassen, werden überleben.“ Sie haben es selbst in der Hand, zu welcher Art Sie gehören.

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